My Dead Sister’s Love Story

Werbung [unbezahlt, Rezensionsexemplar]

Titel: My Dead Sister’s Love Story
Autor: Lea Melcher
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Roman
Verlag: Impress Verlag


Inhalt:
Zoe war cool, rebellisch, unnahbar und wurde von vielen bewundert. Jetzt ist sie tot. Gestorben bei einem Autounfall mit dem Musiker Max. Für ihre Schwester Antonia bricht eine Welt zusammen. Einzig ein Tagebuch bleibt zurück. Ein Hoffnungsschimmer, um ihrer Schwester doch noch näher zu kommen. Gemeinsam mit Theo, Max jüngeren Bruder, begeben sich die beiden auf eine Reise ihrer verstorbenen Geschwister und dabei erfahren sie Dinge, die sie jemals für möglich gehalten hätten…

Eigene Meinung:
Manche Geschichten kann man nicht einfach anhand von Kriterien bewerten. Manche Geschichten fühlt man einfach. My Dead Sister‘s Love Story ist genauso eine Geschichte.
Die Autorin Lea Melcher hat eine Sinfonie an tiefen Gefühlen und poetischen Zitaten geschaffen, bei der die Grenzen zwischen den Protagonisten und dem Leser verschwimmen.
Es bleibt viel Interpretationsspielraum und genau dieser schafft einen künstlerischen Mehrwert. Es steckt viel Kunst hinter den Zeilen und somit ist dieses Buch nicht für jeden geeignet, da vor allem die Handlung an manchen Stellen etwas zurückstecken musste und auf der Strecke bleibt.
Doch diejenigen die sich gemeinsam mit Antonia und Theo auf die Reise nach allen möglichen Welten machen und sich auf diese künstlerische Form einlassen, werden belohnt werden.

Es muss nicht immer alles plausibel und bis ins Detail erklärt werden, denn genau so spielt das Leben. Und das muss auch die Protagonistin Antonia auf schmerzhafte Weise herausfinden. Als Antonias Schwester Zoe stirbt, begibt sie sich auf eine Reise, wo die Grenzen zwischen ihr und ihrer Schwester verschwimmen. Gemeinsam mit Theo, dem Bruder des verstorbenen Max, erlebt Antonia Abenteuer, beweist Mut und findet eine kleinen Tropfen Hoffnung in all der allesverschlingenden Trauer. Sie hat einen schweren und steinigen Weg vor sich, der sie immer wieder zu Boden ringt, ihr aber die Möglichkeit gibt, mehr über sich und auch ihre Schwester zu erfahren.
Antonia steht im Vordergrund dieser Geschichte und Theo ist der unscheinbare Schatten, der sie begleitet und ihr die Unterstützung gibt, die sie braucht, um zu begreifen, wer sie ist, wer Zoe war und dass sie nie Zoe sein wird. Obwohl die Form der Trauerüberwindung bei Antonia und Theo manchmal ungesunde Ausmaße annimmt, die man auch nicht immer nachvollziehen kann, ist da dieses gewisse Verständnis zu persönlichen Trauerformen, das zum Nachdenken anregt.

Fazit:
Eine etwas andere Geschichte auf dem Weg der Trauerüberwindung und der Frage nach sich selbst. Kunstvoll und poetisch bleibt viel Interpretations- und Gedankenspielraum, der nicht für jeden Leser geeignet ist, auf den man sich aber auf jeden Fall einlassen kann. Geheimnisse kommen ans Licht und bleiben gleichzeitig in den Tiefen der Trauer verborgen. Die Grenze der beiden Schwester verliert sich im Laufe der Geschichte und die bedingungslose Liebe und der tragische Verlust der Familien wird einem schmerzlich bewusst.

4 von 5 Sternen

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